Ausbildung für Lehrer nicht ausreichend

Der Aktionsrat Bildung fordert mehr qualitative Kontrollen an Schulen und Kindergärten, mehr Praxis im Lehramtsstudium sowie ein Überdenken der Lehrämter bezüglich ihrer Struktur.

Im Jahresgutachten bemängelt der Aktionsrat eine vorhandene Kluft zwischen der derzeitigen Lehrerausbildung und den aktuellen Veränderungen an den Schulen. Denen seien Lehrer mit ihrer Ausbildung auf Dauer oftmals nicht gewachsen und es entstünde somit vermehrt nach Aussagen des Aktionsrates ein „Überlastungsrisiko“.

Beamtendarlehen für Beamte und Tarifbeschäftigte des öffentlichen DienstesZudem solle die Aus- und Weiterbildung der Lehrer vermehrt an die Unterrichtsforschung ausgerichtet, ein Evaluationsverfahren für Referendare eingeführt sowie die Praxisphase im Studium weiter ausgebaut werden. Sogenannte „Gütesiegel“ sollten für Kindergärten und anderen Bildungseinrichtungen laut vbw-Präsident Randolf Rodenstock eingeführt werden. Ebenso würden regelmäßige Schulinspektionen nicht schaden.

Die Politik müsse, so der Aktionsrat, “entschlossen finanziell und strukturell“ die Bildungseinrichtungen unterstützen, um einen Motivations- und Loyalitätsverlust vorzubeugen.

Der Aktionsrat mit Dieter Lenzen als Leiter der Universität Hamburg an der Spitze des siebenköpfigen Teams, betont, dass der Rat nicht Kritik an den Lehrkräften selbst übt, sondern vielmehr am Ausbildungssystem. Deutschland würde, so Aussagen des Aktionsrates, in fast allen Bereichen der Bildung im unteren Abschnitt der Industriestaaten bei der Finanzierung liegen.

Kritik kommt aus den Reihen der Lehrerverbände, die die Berichte des Aktionsrates als Angriff auf Lehrer sehen. So auch der Deutsche Lehrerverband, der dem Aktionsrat eine Verbreitung von “dümmliche Stammtischparolen über Lehrer” vorwirft. Weiterhin betonte der Philologenverband, dass die Lehrerausbildung nicht pauschalisiert werden könne. Nach Ansicht des Lehrerverbandes hätten Mathematiklehrer an Gymnasien eine sehr gute Ausbildung. Der Aktionsrat hingegen verweist jedoch auf die Defizite im Mathematikunterricht an Grundschulen.

Quelle: sueddeutsche.de

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